Fotogalerie
Ehemaliger Gasthof zum Weißen Schwanen, im Ensemble "Ortskern Thurnau"
Seit dem 17. Jahrhundert prägt das Gebäude die Ortseinfahrt Thurnaus von Kulmbach kommend.
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Ensemble Ortskern Thurnau mit Schloß, Schwanen, Neubaugebieten - Luftbild: Ingo Bäuerlein - www.FrankenAIR.de -
Ausschnitt Ensemble Ortskern Thurnau, unten links der ehem. Gasthof zum Weißen Schanen, oben rechts das Schloß - Luftbild: Ingo Bäuerlein - www.FrankenAIR.de -
Ehem. Gasthof zum Weißen Schwanen am Ortseingang des Ortskern-Ensembles - Luftbild: Ingo Bäuerlein - www.FrankenAIR.de
Übersicht Gebäude
Der Gasthof besteht aus mehreren Gebäudeteilen
- Erbaut über älteren Kellern
- Scheune, datiert auf 1655
- Nebengebäude, datiert auf 1654/55
1845/47 dreigeschossiger, verbretterter Laubengang ergänzt - Hauptgebäude, datiert auf 1670/72
Ergebnis Bauvermessung
Das Video veranschaulicht die Spuren einer fast 400 jährigen Geschichte des ehemaligen Gasthofs zum weißen Schwanen in Thurnau.
Haupthaus, ehem. Gasthof zum weißen Schwanen
Dreistöckiger Dachstuhl mit regionalen Besonderheiten aus der Mitte des 17. Jhs in Thurnau, aufgenommen im Nov. 2025.
Dachstuhl, obere und mittlere Ebene (2. u. 3. DG)
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3. Dachgeschoss: Rautenfachwerk mit Verschalung, Spuren einer Ausmauerung im unteren Bereich -
2. Dachgeschoss: Fachwerkkonstruktion mit Verschalung; Gefachausmauerung aus 1. DG wurde ca. 31 cm hoch weitergeführt. -
2. Dachgeschoss: zweifach stehender Stuhl über dem liegenden Stuhl des 1. DGs. Fenster mit verzierten Eckwinkeln, Zweitverwendung -
2. Dachgeschoss mit Treppe zum 3. Dachgeschoss
Dachstuhl untere Ebene (1. DG)
Die unterste Ebene: liegender Stuhl mit schrägen Spannriegeln (eine regionale Besonderheit) in ausgesprochen gutem Zustand. An der südlichen Giebelwand ist das Zierfachwerk mit K-Streben zu sehen.
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1. Dachgeschoss: Zierfachwerk mit K-Streben in der südlichen Giebelwand -
Dachstuhl und Giebelwand mit Zierfachwerk im Schwanen mit Blick auf das Ebenbild Bahnhofstraße 1 -
1. Dachgeschoss: Liegender Stuhl mit schrägen Spannriegeln, regionale Besonderheit -
1. Dachgeschoss: Liegender Stuhl, Betondachsteine mit mandelförmiger Aufkantung auf der Innenseite -
1. Dachgeschoss: Liegender Stuhl, Betondachsteine mit mandelförmiger Aufkantung auf der Innenseite -
1. Dachgeschoss: Zählzeichen am Gespärre weisen auf Lagerhaltung hin
Balken-Bohlendecken
Über dem 1. Obergeschoss aber auch in weiten Teilen über dem Erdgeschoss besteht nahezu die gesamte Deckenlage aus bauzeitlichen Balken-Bohlendecken in unterschiedlicher Qualität. Von einfachen, gefasten Balken und beidseitig gefasten Unterzügen bis hin zu profilierten Balken.
Aus: Abbruchdokumentation Bauforschung Peter Dresen.
Die profilierten bemalten Balkendecken deuten auf eine Nutzung als Festsaal hin.
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Die Balken-Bohlen-Decken aus dem 17. Jh haben sich flächig im gesamten Gebäude erhalten. In den meisten Räumen waren sie zur Zeit unserer Begehung 2025 noch unter jüngeren Deckenkonstruktionen verborgen. Dort wo sie frei lagen, waren sie mit Farbanstrichen versehen. (Foto: Christian Braunersreuther, 2025) -
Balken-Bolendecken im 1. OG: Auffällig ist, dass die Balken im Wechsel schmal oder breit sind. Die Zerrbalken sind schmal und die breiten Balken eigentlich dicke Bohlen, die aus mächtigen Stämmen gesägt wurden.
Große Stube / Festsaal im Süden des ersten Obergeschosses im Weißen Schwanen
Um 1775 fanden offenbar größere Umbaumaßnahmen statt, auf den Balken-Bohlendenken wurde eine Unterkonstruktion angebracht. Darauf teils filigrane Rokoko-Stuckaturen, die gut erhalten sind.
Stuck im ersten Obergeschoss
Barocke Doppeltürgewände
Baldachin mit Zahnschnittfries und Leibungsbrettern einer älteren Doppeltür wurden hier umgebaut und wiederverwendet.
Aus: Abbruchdokumentation Bauforschung Peter Dresen.
Nebengebäude
Laubengang entlang des Nebengebäudes
1845/47 wurde am Nebengebäude ein dreigeschossiger, verbretterter Laubengang ergänzt.
Die Umbauten im Bereich des Laubengangs konnten dendrochronologisch auf 1807/08 bzw. 1846/47 datiert werden.
Aus: Abbruchdokumentation Bauforschung Peter Dresen.
Scheune und Innenhof
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Innenansicht der südlichen Außenwand des Anbaus von 1655. Die Gefache sind mit hauptsächlich mit Bruchsteinen ausgemauert, teilweise aber auch mit Astgeflecht und Lehm ausgefüllt. (Foto: Christian Braunersreuther, 2025) -
Scheune des Weißen Schwanen von 1655, Südseite zum Innenhof -
Scheune des Weißen Schwanen von 1655, Südseite zum Innenhof -
Handgestrichener Spitzbiber
Kelleranlagen
Kelleranlagen unter dem Haupthaus
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Treppe vom 1. UG unter Haupthaus zu tiefer liegenden Kellern. Diese reichen unter den heutigen Getränkemarkt. -
Zugang zu Kellern im Haupthaus, im Hintergrund Boden und Treppenstufen aus Terrazzo -
Überwölbter Kellerraum mit Fassauflagern für Bierfässer -
Überwölbter Kellerraum; Boden und Wände: Anstehender Fels mit gut erhaltenen Abspitzungsspuren; Gewölbe aus sorgfältig bearbeiteten Sandsteinquadern -
Überwölbter Kellerraum; Wände: unregelmäßiges Bruchsteinmauerwerk, gespitzte Oberfläche; Gewölbe aus sorgfältig bearbeiteten Sandsteinquadern, im hinteren Bereich anstehender Fels -
Überwölbter Kellerraum, Boden: Sand teilweise Steinplatten; Wände: unregelmäßiges Bruchsteinmauerw., gespitzte Oberfläche; Gewölbe aus sorgfältig bearbeiteten Sandsteinquadern
Unter dem Gasthof zum ehem. Weißen Schwanen befinden sich drei Etagen tiefe Kelleranlagen, die bis unter den heutigen Getränkemarkt reichen.
Damit verkörpert das Einzeldenkmal in besonderer Weise die Kontinuität und den Wiederaufbauwillen Thurnaus in der Nachkriegszeit des Dreißigjährigen Krieges. Die Kelleranlagen sind hierbei als authentisches Primärdokument der Thurnauer Siedlungsgeschichte, der historischen Vorratshaltung, sowie der geologischen Erschließung von hohem wissenschaftlichem Wert.
Aus: Stellungnahme des Kreisheimatpflegers U. Franke
Auf dem Grundstück des heutigen Getränkemartes befanden sich einst Stallungen, eine Holzremise und ein Stadel, die zum Gasthof Weißer Schwanen gehörten.