Pressestimmen
Geplanter Abriss zweier Nebengebäude ausgesetzt, 31.8.2026 – 2.9.2026
Der für Mitte September geplante Abriss einer Scheune (Kulmbacher Str. 5) und eines Schuppens (Kulmbacher Str. 7) für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Thurnau wurde vorerst ausgesetzt. Das Staatliche Bauamt Bayreuth will nach Rücksprache mit der Gemeinde zunächst das Urteil des Verwaltungsgerichts Bayreuth abwarten. Dort klagt das Denkmalnetz Bayern gegen die Abrisserlaubnis für den denkmalgeschützten ehemaligen Gasthof „Zum Weißen Schwanen“, der ebenfalls der Ortsdurchfahrt weichen soll. Auch die Kritik des Denkmalnetzes könnte zur Kehrtwende beigetragen haben.
Abrisspläne: Wann entscheidet Gericht über Waldhier-Haus?
Wie Vorsitzender Richter Philipp Hetzel mitteilt, ist die Klage nach wie vor anhängig. „Im Regelfall findet im verwaltungsgerichtlichen Verfahren eine öffentliche mündliche Verhandlung statt“, sagt Hetzel. Wer auf eine schnelle Entscheidung gehofft hatte, wird enttäuscht.
Eisenbahnerhaus wird Denkmal: Thurnau profitiert
Laut Landesamt für Denkmalpflege besitzt das Eisenbahnerwohnhaus besonderen historischen Zeugniswert. Es dokumentiere die Funktion von Dienstwohnungen in Bahnhofsnähe und die staatliche Fürsorge für Eisenbahner und ihre Familien. Vergleichbare Bauten des frühen 20. Jahrhunderts gebe es in Oberfranken nur in Warmensteinach.
Auch architekturgeschichtlich sei das Anwesen bedeutend: Es gilt als hochwertiger Vertreter ländlicher Reformarchitektur vor dem Ersten Weltkrieg, geprägt von einer reduziert barockisierenden Formensprache und staatlicher Nüchternheit.
Bürgermeister Bernreuther begrüßt die Entscheidung: "Unabhängig von der Denkmaleigenschaft halte ich das ehemalige Eisenbahnerwohnhaus für erhaltenswert. Es gehört zur Geschichte unseres Ortes und prägt das Umfeld des Bahnhofs."
Beitrag in der BR Abendschau
Ab Minute 5:47 wird über den Schwanen in der BR Abendscha vom 6. März 2026 berichtet
Vom Abriss bedroht - Der Gasthof "Zum Weißen Schwanen" in Thurnau
Christine Küfner berichtet über den Konflikt um den ehem. Gasthof zum Weißen Schwanen, Zeit für Bayern, BR2, 08. Februar 2026
Denkmalnetz Bayern reicht Klage ein
Bürgermeister: "Es darf kein Nadelöhr entstehen"
Thurnaus Bürgermeister bezieht Stellung zum Abriss-Stopp: 'Um die Einmündung in die Bahnhofsstraße am Ende der gesamten Trasse zwischen Krumme Fohre und Thurnau bedarfsgerecht und sicher gestalten zu können, sollte das Gebäude weichen. [...] "Im Zuge des jetzigen Ausbaus sollte aber der Verbesserung der Gesamttrasse dadurch Rechnung getragen werden, dass auch an deren Ende in der Kulmbacher Straße eine anspruchsgerechte und sichere Situation geschaffen wird – ohne zum Beispiel über Ampelregelungen nachdenken zu müssen."'
Arikel: "Bürgermeister: 'Es darf kein Nadelöhr entstehen'", Fränkischer Tag, 17. November 2025
Abriss gestoppt: Der Druck wird größer
Der geplante Abriss der alten Gaststätte „Zum Schwanen“ ist ausgesetzt worden. Reagiert die Regierung von Oberfranken damit auf die Kritik ihrer eigenen Behörden und
Denkmal-Organisationen? Auch eine Beschwerde bei Minister Markus Blume könnte eine Rolle spielen.
Artikel "Abriss gestoppt: Der Druck wird größer", von Wolfgang Schoberth, 17. November 2025
Straße siegt gegen Denkmalschutz
Die Pressesprecherin der Regierung von Oberfranken erläuterte am 30.5.25 gegenüber dem Fränkischen Tag, warum sie eine Abrissgenehmigung erteilt hat: „Maßgebend sei bei der Entscheidung allen voran der sehr schlechte bauliche Zustand des Gebäudes gewesen. Einzelne Gebäudeteile seien einsturzgefährdet, Dächer undicht.“ Weiter führt sie aus, „der Aufwand für eine Sanierung wäre daher unverhältnismäßig hoch und würde sich eher als Rekonstruktion denn als Sicherung historischer Substanz erweisen, zumal in der Vergangenheit die historische Bausubstanz durch unsachgemäße Eingriffe bereits verändert wurde.“
Artikel "Straße siegt gegen Denkmalschutz" von Alexander Hartmann, Fränkischer Tag, 30. Mai 2025
Ein Stück Ortsgeschichte verschwindet nach 120 Jahren
Seit 1904 stand ein Familienmitglied an der Spitze der Buchdruckerei Waldhier. Anfang dieses Jahres schließt das daraus hervorgegangene Schreibwaren- und Papeteriegeschäft in der Kulmbacher Straße 2. Kurz vor der Schließung erzählt Hubert Waldhier über das Geschäft, die Druckerei und seine Liebe zum Drucken.